Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Romandebüt, liebe Frau Häff ner! Wann war für Sie klar: Diese Geschichte will ein
Vielen Dank für die Glückwünsche! Als ich die Idee für »Die Riesinnen« hatte – übrigens auf dem Spielplatz – wusste ich relativ schnell, dass daraus mein nächstes Buch und mein erster Roman werden sollte. Es hat sich einfach gut angefühlt, so, als könnte etwas Besonderes daraus entstehen.
Drei Frauen, drei Generationen, ein Ort. Was hat Sie an dieser Konstellation gereizt – und warum sollte es der Schwarzwald sein?
Die drei Generationen geben mir die Möglichkeit, Dinge, Entwicklungen und Beziehungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen und die unterschiedlichen Persönlichkeiten auch sprachlich abzubilden. Der Schwarzwald stand von Anfang als Heimat von Liese, Cora und Eva fest. Dieses Kraftvolle, Unbeirrte, diese Schönheit – das passt einfach zu den Riesinnen.
Ihre Figuren sind stark, widersprüchlich und manchmal sperrig. War Ihnen eine der drei Riesinnen beim Schreiben besonders nah?
Ich habe mich tatsächlich auch schon gefragt, welche der Riesinnen mir am nächsten ist. Aber ich komme zu keinem Schluss – jede hat etwas ganz Eigenes, das mich mit ihr verbindet. Ich bin aber sehr neugierig, welcher Figur sich die Leser:innen am meisten verbunden fühlen werden; ich hoff e, sie erzählen mir davon.
In Ihrem Roman geht es viel um Bleiben, Weggehen und die Frage nach Heimat. Wie wichtig sind diese Themen für Sie persönlich?
Diese Th emen haben für mich immer eine Rolle gespielt und tun es auch noch. Die Sehnsucht nach »da draußen«, und gleichzeitig der Wunsch zu wissen, wohin man gehört – ich glaube, das beschäftigt generationsübergreifend sehr viele Menschen.
Haben Sie lange an Ihrer Sprache – ruhig, dicht und eigen – gefeilt oder hat er sich beim Schreiben fast von selbst gefunden?
Nachdem ich den Ton der Riesinnen einmal gefunden hatte, sind die Worte einfach gefl ossen. Es fällt mir sonst sehr schwer, Dinge einfach stehenzulassen, aber hier wusste ich, dass ich nicht zu viel feilen darf.
Was wünschen Sie sich, dass Leser:innen und Leser fühlen, wenn sie Ihr Buch in einer lokalen Buchhandlung entdecken?
Ich fände es schön, wenn sie das Gefühl hätten, dass dieses Buch etwas für sie sein kann: ein Aufbruch, vielleicht, oder ein Ankommen. Eine Herausforderung oder ein Moment des Wiedererkennens.
Vielen Dank für das Gespräch!
Hannah Häffner wurde 1985 in Heidelberg geboren. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaften begann sie, als Werbetexterin zu arbeiten und sich parallel dazu verstärkt dem Schreiben zu widmen. Heute lebt sie mit ihrer Familie als freie Texterin und Schriftstellerin in der Nähe von Stuttgart.