Mein erstes Buch, dass mir am Herzen liegt ist Unterm Rad vom Literaturnobelpreisträger 1946 Herrmann Hesse. Das liegt vor allem daran, dass ich es erst vor kurzem gelesen habe und ich schon früher von Hesses Sidharta begeistert war. Nun seit Jahren also wieder mal ein Buch von Hesse gelesen, das ist schon eine kleine Offenbarung.
Unterm Rad ist zunächst eine gemütliche kleine Erzählung aus dem bäuerlich-handwerklich geprägten Schwarzwald um die Jahrhundertwende. Es erzählt die Geschichte von Hans Giebenrath, dem besten Schüler eines beschaulichen Dorfes, der ob seiner Fähigkeiten im Lateinischen und Griechischem vor allem von den Lehrern und Gelehrten geachtet wird, jedoch vor geraumer Zeit den Kontakt zu Gleichaltrigen verloren hat. So viel Potential in ihm steckt, so wenig Zeit lässt ihm sein Umfeld für seine Kindheit. Er wird auf ein Landesinternat geschickt, die einzige Möglichkeit für ein Kind ohne reiches Elternhaus zu einer Gelehrtenfamilie, und während ich als Leser schon befürchtete einen Paukerroman in den Händen zu halten, dreht und windet Hesse den Erzähler zum Ankläger.
Zunächst die Anklage, weil Hans seine sechswöchigen Ferien nicht am Fluss beim Angeln verbringen kann, sondern genötigt wird Privatstunden beim Lehrer und Stadtpfarrer zu nehmen, die natürlich nur das Beste für ihn wollen. Dann wieder die homoerotische Beschreibung des Jungeninternats, letztendlich wieder das Handwerkerdorf. Ein Plot, der sich nie zu lange an einer Stelle aufhält sich agil windet und doch den roten Faden des Niedergangs eines überdurchschnittlich begabten Jungens nie aus den Augen verliert. Im Internet lernt Hans den jugendlichen Schöngeist und Außenseiter Hermann Heilner kennen und die doch schwüle Beschreibung ihres Verhältnisses ist natürlich nicht der einzige Hinweis auf ein gewisses Autobiographisches Element in diesem Charakter. Letztendlich wird Heilner aber von der Schule geworfen und Hans hat dort niemanden mehr. Was ihn am Ende genau unters Rad bringt – die Lehrer, Hermann Heilner, oder eine kurze Affäre mit dem Nachbarsbesuch Emma – es bleibt das Geheimnis dieser wundervollen Geschichte.
Es ist ein Anti-Bildungsroman, den uns Hesse hier mit einer erstaunlich engagierten Erzählweise präsentiert. In seinen Werken wimmelt es ohnehin von Stilformen des Bildungsromans – allerdings ist er immer dabei die klassischen Elemente der Belehrung zu durchbrechen und stattdessen den humanistischen Weltgeist in den Vordergrund zu stellen. So ist Hesse zurecht einer der meist gelesenen deutschen Autoren weltweit.
Dieses Buch war in der SZ-Bibliothek als Hardcover für 4,90€ erschienen, aber bereits vergriffen. Ich empfehle die Hardcoverausgabe des Suhrkampverlages für 6 €.



hallöööööööööööööööööle.
uns gehts juuuz & euch?.
also wir suchen hier rezeptionen von hermann hesses bücher.xD.
kann uns jemand helfen???.
büdde.
lG
Unterm Rad war glaube ich, mein erster Roman von Hesse. Ich verstehe sehr gut das man davon begeisters sein kann, wobei mein Lieblingroman von Hesse zwischen dem Glasperlenspiel und Steppenwolf wechselt.
Bildung und Jugend, sind immerwiederkehrende Erscheinungen in den Werken von Hesses. Unterm Rad lässt sich aber auch schnell und gut zwischendurch mal lesen.