Die Stadt der Träumenden Bücher – Walter Moers (2004)

Eine eigene Welt zu schaffen als Bekenntnis, Bücher zu lieben?

Wer eine Welt erdenkt, in der Bücher, Texte, Verse, im Leben der Bewohner ein so große Rolle spielen, dass diese nicht nur quasi eine eigene Stadt bekommen, sondern in der sie auch ein Eigenleben entwickeln, der muß eine sehr enge Beziehung zu Büchern und Literatur haben.

In Walter Moers’ Die Stadt der Träumenden Bücher, mal wieder auf dem von ihm erdachten Kontinent Zamonien gelegen, macht sich der junge Dichter und Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz auf die Suche nach dem Verfasser eines Manuskript, das ihm sein Dichtpate hinterlassen hat.

Dieses Manuskript ist so perfekt, dass er von dessen Verfasser lernen will. Ansatzpunkt seiner Suche ist die Stadt Buchhaim, Traum eines jeden Bücherliebhabers: Antiquariat reiht sich an Antiquariat, auf eine Buchhandlung folgt ein Verlagshaus. Alles immer offen. Und es gibt Lesungen rund um die Uhr!

Und während sich der Mythenmetz den Düften von Druckerschwärze und dem Aroma von Ledereinbänden und Papier hingibt, gerät er immer tiefer in die Stadt hinein und entdeckt eine Intrige, die ihn unter die Stadt in die Tunnels und Katakomben der geheimen Buchlager führt: Das Reich des Schattenkönigs. Im Dunkel bekriegen sich hier Bücherjäger, die in den gigantischen Buchfriedhöfen nach Raritäten suchen und dabei wie Assassinen den anderen auflauern, und das Volk der Buchlinge, die eine große Maschine in Ordnung halten, die Bücher transportiert und sortiert und auf gefährlich lebendige Bücher …

Wer schon immer etwas verrückter nach Büchern war als andere, wer auf Fadenheftung, Buchbändchen, perfekt schwarze Buchstaben und vergoldete Einbände abfährt oder manchmal über den anscheinend perfekten Schnitt des Buches fährt und die Schönheit dieses Objekts bewundert, der wird sich in dieser Welt, in der sich alles nur um … Bücher dreht, wie zuhause fühlen. Und während man sich Moers Schilderungen hingibt, Mythenmetz’ zu Lesungen begleitet oder durch die Antiquariate, bei seiner Reise durch die Unterwelt folgt und mit ihm im Schloss des Schattenkönigs sitzt, der lechzt auf jedes erdichtete berühmte Buch auf das er dabei stößt.

Und während man Reminiszenz um Reminiszenz an unsere Literaturwelt entdeckt, der vergisst auch gerne mal, aus dem Flieger zu steigen, bis die Stewardess kommt. Oder dass er auf Lanzarote ist und eigentlich an den Strand wollte. Oder am nächsten Tag, sich einzucremen. Nicht nachmachen!

Dieses Buch ist als Broschur im Piper Verlag für 10,95€ erschienen.


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Ein Kommentar Response zu “Die Stadt der Träumenden Bücher – Walter Moers (2004)”

  • Schainda [ 19Mai10]

    Hi,

    dieses Buch ist vermutlich mein liebstes, man kann es immer und immer wieder lesen, ohne dass man Witz, Spannung und Tiefgang nicht wieder gern aufs neue erleben und ihm erliegen mag.
    Intelligente, witzsprühende ormgeladene Spannungsliteratur direkt aus der Lindwurmfeste…..Es lebe das Orm!

    Schainda

     

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