The last Lecture – Die Lehren meines Lebens – Randy Pausch (2008)

Nach all den fiktionalen Werken, die Jan so vorstellt, habe ich mir ein nicht-fiktionales Buch herausgesucht, das mich in letzter Zeit doch sehr bewegt hat. Es handelt sich um Randy Pauschs Last Lecture, welches er mithilfe des Autors Jeffrey Zaslow veröffentlicht hat.

Eine Last Lecture ist in angelsächsischer Tradition eine Abschiedsvorlesung eines emeritierten Professors. Geredet wird über das, was der Dozent für wichtig erachtet und als Lebensweisheit oder als Vermächtnis der Nachwelt überlassen würde. So als wäre es die letzte Vorlesung ihres Lebens. Bei den meisten Last Lectures ist das metaphorisch gemeint. Die meisten Dozenten kehren doch hin und wieder zum Rednerpult zurück. Randy Pausch nicht. Er hat metastasierenden Bauchspeicheldrüsenkrebs und im September 2007, dem Monat der Vorlesung noch ca. 3-5 Monate zu leben.

Das Buch handelt diese Vorlesung ab, ohne sie zu wiederholen. Der Autor Zaslow, mit dem Pausch bei stundenlangen Radtouren über Headset telefonierte, beschreibt Pauschs Lebensweisheiten in bitter-schönen kurzen Episoden. Dieses Buch verändert deine Sicht auf die Dinge. Randy Pausch hat eine klare Sicht auf das Leben. Er wird schließlich bald tot sein. Doch ohne in Jammern oder Klagen zu verfallen, arrangiert er sich mit seinem Schicksal und setzt sich letzte Ziele: Randy Pausch hat drei Kinder. Er fragt sich also: Was will ich meinen Kindern, ja was der ganzen Menschheit von mir vermitteln? Und was könnten wir vom Menschen Randy Pausch lernen? Ich glaube, es ist eine ganze Menge.

Dieses Buch ist voll von Lebensweisheiten und wie der Germanist sagen würde “Aphorismen”, also kurzen Sinnsprüchen und Anekdoten mit wahrheitlich-epistemischen Charakter. Für mich gehört es zu den Büchern, die man beruhigt alle Jahre mal wieder zur Hand nehmen wird. Man lernt schließlich nie aus.

PS: Randy Pausch lebt nun schon seit 3 Monaten über dem ärztlich-prognostiziertem Limit. Im Juni 2008 streuten die Metastasen auch in seine Lunge und Bauchraum.

Wenn die Lecture an sich interessiert: Man findet sie leicht bei Youtube und Konsorten. Seit der Aufnahme haben sich 7 Mio. Menschen die Vorlesung angeschaut. Das Buch ist seit April 2008 auch auf Deutsch beim C. Bertelsmann Verlag als Taschenbuch für 9,05€ erhältlich.

5. Juli 2008 Sachbücher
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Buchempfehlung von Florian Sänger

A Short History of nearly everything – Bill Bryson (2003)

Welcome. And congratulations. I am delighted that you could make it. Getting here wasn’t easy, I know. In fact, I suspect it was a little tougher than you realize.

A Short History of nearly everthing – in der deutschen Übersetzung Eine Kurze Geschichte von fast allem – ist ein faszinierender Titel für ein tolles Buch, dass eine ganze Generation an populärwissenschaftlichen Büchern prägen wird. Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch, weil ein Literatur-Professor angesichts einer Vorlesung über Distribution von Romanen und anderen Büchern zu Zeiten Goethes immer wieder auf die didaktische Einzigartigkeit von Bill Brysons Meisterwerk abschweifte. Das hat mich mehr als neugierig gemacht. Und als ich 2005 in Liverpool bei Erasmus-Studenten zu besuch war, habe ich mir das Buch gleich auf Englisch gekauft (ich glaube in Deutschland war das Buch gerade eben erst erschienen).

Was ist also fast alles bzw. wie passt das in ein Buch? Es ist eine Geschichte des Universums, der Erde und ihrer Bewohner grob chronologische erzählt und – jetzt kommt der Clou – verknüpft mit der Entstehundgeschichte der Naturwissenschafen (Plural) UND persönlichen Erlebnissen, die Bryson, der – wie er schreibt – keine Ahnung von Naturwissenschaften hat, ihm bei der Recherche widerfahren sind. Von der Astronomie, Geologie, Paläontologie, Anthropologie, Physik, Chemie und Biologie ist alles abgearbeitet. Und zwar nicht als Lehrbuch, sondern erzählend, spannend wie ein Roman, mit einem unwiderstehlichen Gefühl für die Pointe.

If you had to select the least convival scientific field trip of all time, you could do worse than the French RoyalAcademy of Sciences´ Peruvian expedition of 1735. It was a party of scientists and adventurers who travelled to Peru with the purpose of triangulating distances through the Andes.
Almost at once things began to go wrong. In Quito, the visitors somehow provoked the locals and were chased out of town by a mob armed with stones. Soon after, the expedition´s doctor was murdered in a misunderstanding over a woman. The botanist became deranged. Others died of fevers and falls. Why didn’t the French make their measurements in France and save themselves all the bother? The answer lies partly with the fact that eighteenth-century scientists, the French in particular, seldom did things simply if an absurdly demanding alternative was available …

Eine kleine/kurze Geschichte nach der nächsten reiht sich aneinander und es fügt sich tatsächlich ein Bild zusammen, von dem man weiß, dass es nicht vollständig sein kann, aber das sich irgendwie rund anfühlt. Der Sprachwitz, der ja auch schon Bill Brysons Reiseliteratur auszeichnet, macht es natürlich absolut empfehlenswert, dieses Buch auf Englisch zu lesen. Aber wer sich auf diesem Gebiet (und ja, da kommen eine Menge (natur-)wissenschaftlicher Fachausdrücke vor) zu unsicher fühlt, der soll das Buch eben auf Deutsch lesen. Es ist es auf jeden Fall wert.

This is a book about how we went from being nothing at all to there being something, and then how a little of that something turned into us, and also some of what happened in between and since. That’s rather a lot to cover, of course, which is why the book is calles A Short History of Nearly Everything, even though it isn’t really. It couldn’t be. But with a bit luck by the time we finish it may feel as if it is.

Dieses Buch ist in der englischen Ausgabe bei Black Swan in Broschur für 11,95€ und in der deutschen Ausgabe bei Goldmann in Broschur für 9,95€ erschienen.

11. Mai 2008 Sachbücher
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Buchempfehlung von Jan Schuster
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